Grafische Produktionsplanung
Ein Produktionsplaner beantwortet im Lauf eines Tages verschiedene Fragen. Was steht insgesamt an, wo hängt ein einzelner Auftrag, was liegt auf einer bestimmten Maschine, welche gleichartigen Tätigkeiten lassen sich bündeln. Deshalb besteht die Grafische Planung aus mehreren Plantafeln auf gemeinsamer Datenbasis statt aus einer Ansicht, die alles abdecken soll.
Fertigungsauftragsplanung
Die Plantafel zeigt die Fertigungsauftragszeile als erste Ebene, darunter die zugehörigen Arbeitsgänge. Jeder Arbeitsgang erscheint als Balken, farblich nach Status unterschieden. Verknüpfungslinien machen die Beziehungen zwischen den Arbeitsgängen sichtbar, sowohl Ende-Start als auch Ende-Ende. Umterminiert wird per Drag and Drop innerhalb der eigenen Zeile. Der neue Startzeitpunkt wird zurückgeschrieben, anschließend werden Zuordnungen und Kurven neu berechnet. Ein Doppelklick auf einen Balken öffnet das Produktionsarbeitsblatt, gefiltert auf Auftragsnummer und Gruppencode.
Last- und Kapazitätskurven
Unter der Plantafel liegen zwei Kurven je Arbeitsplatz. Die Lastkurve summiert den täglichen Kapazitätsbedarf aus den Fertigungsaufträgen und färbt Überlast rot ein. Die Kapazitätskurve zeigt die verfügbare Kapazität aus dem Arbeitsplatzkalender. Beim Verschieben sehen Sie damit nicht nur, dass ein Auftrag jetzt am Donnerstag liegt, sondern auch, dass der Donnerstag damit über Kapazität geht. Die Kurven lassen sich ein- und ausklappen, die Sichtbarkeit steuern Sie über die Einstellungen.
Maschinenplanung
Diese Ansicht listet die Arbeitsplätze und darunter hierarchisch die Maschinenplätze. Die Balken tragen Auftrags- und Arbeitsgangnummer, die Beschreibung steht als Zusatztext daneben. Die Farbcodierung folgt dem Auftragsstatus, die Verknüpfungslinien sind je Fertigungsauftrag eingefärbt, sodass Sie einen Auftrag über mehrere Maschinen hinweg verfolgen können. Hier funktioniert Drag and Drop auch über Ressourcen hinweg. Ziehen Sie einen Balken auf einen anderen Arbeits- oder Maschinenplatz, wird die Zuordnung des Arbeitsgangs aktualisiert und der Startzeitpunkt gesetzt. Das Ende berechnet das System aus Rüst- und Bearbeitungszeit neu. Bei einem Maschinenausfall hängen Sie den Auftrag damit um, statt ihn neu anzulegen. Tooltips zeigen Auftragsnummer, Arbeitsgang, Ressource, Beschreibung, Status, Start und Ende sowie Rüst- und Bearbeitungszeit.
Planung nach Standardaufgaben
Diese Ansicht gruppiert zweistufig: oben der Verarbeitungstyp, darunter die Standardaufgaben. Aufgaben ohne Typ sammeln sich in einer eigenen Gruppe. Die Balken sind mit der Auftragsnummer beschriftet, die Beschreibung steht in einer eigenen Spalte, die Farbe richtet sich nach dem Status des Arbeitsgangs. Sie ist dann sinnvoll, wenn Sie nicht in Aufträgen denken, sondern in Tätigkeiten. Verschoben wird ausschließlich horizontal, also rein zeitlich ohne Zeilenwechsel.
Filter
Vor dem Öffnen einer Plantafel wählen Sie Auftragsstatus und Datumsbereich. Voreingestellt sind fest geplante und freigegebene Aufträge sowie der Zeitraum aus dem Produktionsplanungsfilter des jeweiligen Benutzers. Geladen werden nur die Arbeitsgänge, die für die jeweilige Ansicht relevant sind.
Automatische Planungsläufe
Erste automatische Planungsläufe sind implementiert. Sie schlagen eine Terminierung vor, statt jeden Arbeitsgang manuell zu setzen. Die Integration ist zum jetzigen Stand nicht vollständig, der Funktionsumfang wird schrittweise erweitert.
Vorteile:
Ein Bild statt Listen. Fertigungsaufträge, Arbeitsgänge und deren Abhängigkeiten auf einer Zeitachse, statt sich durch Auftragszeilen zu klicken.
Abhängigkeiten werden mitgerechnet. Bei jeder Terminverschiebung prüft das System Materialbestand, Verfügbarkeiten, Fälligkeitsdaten und Kapazitäten. Vorgelagerte und nachgelagerte Fertigungsaufträge werden neu kalkuliert, nicht nur der bewegte Balken.
Überlast wird sichtbar, bevor sie entsteht. Last- und Kapazitätskurve stehen direkt unter der Plantafel und aktualisieren sich nach jeder Verschiebung.
Eine Ansicht je Fragestellung. Auftragsdetail, Maschinenbelegung und Tätigkeitsgruppen greifen auf dieselben Daten zu, ohne dass Sie das System wechseln.
Umhängen statt neu anlegen. In der Maschinenplanung ziehen Sie einen Arbeitsgang auf eine andere Ressource, die Zuordnung und die Zeiten werden automatisch angepasst.
Läuft in Ihrem HIS. Keine Insellösung mit eigener Stammdatenpflege, sondern Teil des Systems, in dem Ihre Fertigungsaufträge ohnehin liegen.