
Produktionsplanung in der Holzverarbeitung heißt: mehrere Arbeitsgänge, die aufeinander aufbauen, Maschinen mit unterschiedlicher Kapazität, Material, das rechtzeitig da sein muss, und Liefertermine, die dahinter hängen. In vielen Betrieben liegt das in Listen. Wer sehen will, was am Dienstag an welcher Anlage läuft, klickt sich durch Fertigungsaufträge oder öffnet die Excel-Datei, die ein Planer pflegt.
Eine grafische Plantafel dreht das um. Statt Zeilen sehen Sie eine Zeitachse mit Balken. Statt zu suchen, wo ein Auftrag hängt, sehen Sie es. Und statt eine Verschiebung anschließend von Hand nachzuziehen, rechnet das System die Folgen selbst.
Wir haben so eine Planung für Timber gebaut. Dieser Artikel beschreibt, wie sie aufgebaut ist und welche Entscheidungen dahinterstecken.
Der naheliegende Gedanke ist eine große Ansicht, in der alles steht. In der Praxis funktioniert das nicht, weil ein Planer im Laufe eines Tages verschiedene Fragen beantwortet.
Morgens will er wissen, was insgesamt ansteht. Wenn ein Kunde anruft, will er einen einzelnen Auftrag mit allen Arbeitsgängen sehen. Wenn eine Maschine ausfällt, will er wissen, was auf dieser Maschine liegt und wohin es ausweichen kann. Und wenn er gleichartige Tätigkeiten über mehrere Aufträge hinweg bündeln will, braucht er eine ganz andere Gruppierung.
Deshalb gibt es mehrere Ansichten auf denselben Datenbestand statt einer, die alles versucht.
Diese Ansicht zeigt oben die Fertigungsauftragszeile, darunter die zugehörigen Arbeitsgänge. Jeder Arbeitsgang ist ein Balken, die Farbe zeigt den Status. Verknüpfungslinien machen sichtbar, welcher Arbeitsgang von welchem abhängt, sowohl Ende-Start als auch Ende-Ende.
Verschoben wird innerhalb der eigenen Zeile, also rein zeitlich. Nach der Verschiebung werden Zuordnungen und Kurven neu berechnet. Ein Doppelklick öffnet das Produktionsarbeitsblatt, gefiltert auf Auftrag und Gruppencode.
Hier stehen die Arbeitsplätze in den Zeilen, darunter hierarchisch die Maschinenplätze. Die Balken tragen Auftrags- und Arbeitsgangnummer, die Verknüpfungslinien sind je Fertigungsauftrag eingefärbt, sodass Sie einen Auftrag über mehrere Maschinen hinweg verfolgen können.
Das ist die einzige Ansicht, in der Sie einen Arbeitsgang auf eine andere Ressource ziehen können. Das Ende des Balkens berechnet das System anschließend aus Rüst- und Bearbeitungszeit neu. Bei einem Maschinenausfall ist das der Weg, den Auftrag umzuhängen, statt ihn neu anzulegen.
Tooltips zeigen Auftrag, Arbeitsgang, Ressource, Status, Start und Ende sowie Rüst- und Bearbeitungszeit.
Diese Ansicht gruppiert zweistufig nach Verarbeitungstyp und darunter nach Standardaufgabe. Sie ist dann sinnvoll, wenn Sie nicht in Aufträgen denken, sondern in Tätigkeiten. Etwa wenn alle Hobelarbeiten der Woche zusammen betrachtet werden sollen, egal zu welchem Auftrag sie gehören.
Verschoben wird hier ausschließlich horizontal. Der Startzeitpunkt wird gesetzt, das Ende neu berechnet.
Unter der Plantafel liegen zwei Kurven je Arbeitsplatz. Die Lastkurve summiert den täglichen Kapazitätsbedarf aus den Fertigungsaufträgen, Überlast wird rot dargestellt. Die Kapazitätskurve zeigt darüber, was laut Arbeitsplatzkalender überhaupt verfügbar ist.
Der Nutzen zeigt sich beim Verschieben. Sie sehen nicht nur, dass ein Auftrag jetzt am Donnerstag liegt, sondern auch, dass der Donnerstag damit über Kapazität geht. Die Kurven lassen sich ein- und ausklappen.
Der entscheidende Punkt einer Plantafel ist nicht die Darstellung, sondern was hinter einer Verschiebung passiert. Ein Balken, der sich nur optisch bewegt, ist ein hübsches Diagramm ohne Wert.
Die Planung prüft bei jeder Terminänderung mit:
Dabei werden vorgelagerte und nachgelagerte Fertigungsaufträge neu kalkuliert, nicht nur der bewegte Arbeitsgang. Wer in der Holzverarbeitung plant, kennt den Fall: Der Zuschnitt rutscht um einen Tag, und die Trocknung dahinter passt nicht mehr. Genau das soll die Plantafel zeigen, bevor es jemand in der Halle merkt.
Erste automatische Planungsläufe sind implementiert. Sie schlagen eine Terminierung vor, statt jeden Arbeitsgang von Hand zu setzen.
Die Integration ist zum jetzigen Stand nicht vollständig. Wir bauen den Funktionsumfang schrittweise aus, und die manuelle Planung bleibt der Weg, auf den Sie sich heute verlassen können. Wir schreiben das lieber so, als eine Automatik zu bewerben, die noch nicht trägt.
Die Planungsansichten werden weiterentwickelt. Eine Mitarbeiterplanung ist vorgesehen, dieselbe Logik angewendet auf Personal statt auf Maschinen.
Wenn Sie in der Holzverarbeitung produzieren und Ihre Fertigungsplanung heute in Listen oder in Excel liegt, sprechen Sie uns an. Wir zeigen Ihnen die Plantafel an Ihren eigenen Auftragsdaten.


